Dienstag, 26. Januar 2016

Twilight Hate?!


10 Jahre Twilight, Jubiläumsband und ich lese die gesamte Reihe nochmal?
DAS KANN DOCH KEIN ZUFALL SEIN.

Ist es aber (ha!).

Twilight ist ja so eine Sache. Wenn irgendwo eine Beziehung angeprangert wird, kommt sofort der Kommentar: Still a better lovestory than Twilight.
Und deswegen hab ich mich nochmal hingesetzt um für mich selbst zu entscheiden: Ist das berechtigt? War Twilight wirklich so ein Reinfall?

Ich habe schon vieles vom ersten Mal lesen vergessen und mag Stephanie Meyers Seelen total, was auch noch 2 Gründe für den Re-Read waren.

Twilight

Ich finde da eigentlich wenig negatives im ersten Band. Die Lovestory ist halt ziemlich bekannt, da ist vielleicht ein bisschen die Luft raus, aber sonst ist Edward ein echt netter, lustiger Typ und Baella passt einfach perfekt zu ihm!

Offensichtlich ist Stephanie Meyer nicht so der Fan von Action, was man ja auch in Seelen sieht,  aber ich finde das gar nicht schlimm! Das es fast nie einen richtig krassen spannenden blutigen Showdown gibt, ist mir dort anfangs auch gar nicht aufgefallen.

New Moon

Da wird es kritischer - zuerst alles super, dann ziehen die Cullens auf ein Mal weg, Bella bekommt Depressionen, nutzt Jacob aus, Edward macht 1000 Dinge, die null Sinn machen, Ende gut, alles gut.

Im Großen und Ganzen ist New Moon eine einzige Beziehungskrise zwischen Edward und Bella, in der gar nicht klar ist, warum sie überhaupt entstanden ist o.O

Edward zum Beispiel. Warum zum Teufel zieht er einfach so weg, nachdem eine Kleinigkeit passiert ist? Davor hat er Bella noch ewige Liebe versprochen! Der Junge hat Stimmungsschwankungen, und zwar bedenkenswerte.

Bella: Sie reagiert tootaaal über! Extremsten Liebeskummer über mehrere Monate hinweg - Sie ist eindeutig verrückt nach Edward, was ich ja auch noch nachvollziehen kann.
Dann die Sache mit Jacob: Sie ist totaaal berechnend und kalt! Sie plant bis ins kleinste Detail, wie sie ihn ausnutzen kann, das ist echt nicht fair ihm gegenüber.

Eclipse

Dieses Buch nervt mich persönlich am meisten, während auch die lustigsten Stellen vorkommen!

Was viele an der ganzen Reihe bemängeln, nämlich dass Edward ziemlich overprotective und besitzergreifend ist: Er verbietet Bella den Umgang mit Jacob und kontrolliert sie ziemlich extrem, sie muss ihn andauernd um Erlaubnis fragen. Auch Bellas Reaktion darauf ist ziemlich seltsam: Sie scheint gar kein großes Problem damit zu haben. Sie ist zwar genervt, doch auf die Idee, dass diese Kontrolle überhaupt nicht angebracht ist, scheint sie gar nicht zu kommen! Also ich hätte Edward abserviert!
Und genau das ist es, was ganz viele Leute an der Biss Reihe nicht mögen: Sie vermittelt vor allem jungen Lesern ein falsches Bild von einer Beziehung! Ich finde aber, dass das nur teilweise stimmt, denn es ist eigentlich nur die Hälfte des dritten Teils, der diese Vorstellung zeigt. Trotzdem nervt es mich im Sinne bloßer Unterhaltungsliteratur!

Es gibt ja diese Sache, die alle Leute machen, sobald es Dreiecksgeschichten gibt, und bei Twilight wurde es von der Filmindustrie noch gefüttert: Team Edward oder Team Jacob?
Ich sage nur: Ich shippe Edward und Bella, weil sie super zusammen passen (sie beide nerven manchmal :P), aber ich mag Jacob viel viel mehr! Man könnte also sagen, ich bin Team Jacob. Aber nur bis Seite 327.

Da macht Jacob Bella nämlich eine Liebeserklärung und küsst sie. Damit ist er bei mir durch! Verdammt, sie ist mit Edward fast verlobt und da fällt ihm ein, dass er sie liebt?! WAT.

Und da habe ich ein großes Problem mit Bella: Sie saGT IHM VERDAMMT NOCH NICHT DASS ER KEINE CHANCE HAT! Jajaja, sie liebt ihn, aber Edward halt viel mehr... Vielleicht hat sie schon mal überlegt, unter die Mormonen zu gehen? Jedenfalls, sie weiß ganz genau dass sie Jacob nie über Edward stellen kann, aber trotzdem nutzt sie ihn wieder total aus, um ihn nicht als Freund zu verlieren. Nur zum Ende hin bin ich dann doch wieder ziemlich zufrieden mit der gesamten Liebessituation. Edward und Bella heiraten, Jacob hats auch endlich akzeptiert, jeiii!

Eine Sache noch: Edward. Er ist soo changable (das war eine Sherlock reference)! Mal pocht er auf die Du-wirst-erst-nach-der-Hochzeit-Vampir und nein-ich-schlafe-nicht-mit-dir Geschichten, dann
ist er wieder total tolerant und offen für alles. Mal ist er total besitzergreifend und lässt nicht zu, dass Bella zu Jake geht, dann ist er voll okay damit. ER KANN SICH EINFACH NICHT ENSCHEIDEN. Als Charakter ist er irgendwie nicht so gut ausgearbeitet...

Breaking Dawn

In meinem Bücherschrank sieht es folgendermaßen aus: drei wundervolle gleichgroße Twilightbände, daneben ein viiel größerer und dicker vierter. Mal abgesehen davon, dass das einfach unglaublich doof aussieht, ist der vierte wirklich dich! Und wenn man mal überlegt, ist er auch unnötig dick - die Hälfte der Zeit bereiten sich alle nur auf eine Schlacht vor, die niemals stattfinden wird.
Das ist ein bisschen typisch Stephanie Meyer: Ihre Bücher sind doch ziemlich pazifistisch. Es wird sich viel über Twilight lustig gemacht, von wegen unspektakulär und langweilig, doch ich glaube, dass das nur die stört, die es nicht wirklich anders kennen! Klar, man erwartet Großes, und auch ich war ziemlich enttäuscht, dass die Action liegenblieb, aber vielleicht liegen Stephanie die realistischen Lösungen doch mehr?
Ganz ehrlich, im real life würde es selbst mit Werwölfen und Vampiren nicht nur Schlachten, sondern auch mal friedliche Lösungen geben. Obwohl das in Büchern natürlich nur halb so spannend ist... (dafür bräuchte es die reale Welt umso öfter!!)
 
Ich finde es ziemlich bemerkenswert, dass Seelen (von der gleiche Autorin) auch keinen wirklichen Showdown hatte mit Action hatte, mir das aber erst ziemlich spät aufgefallen ist (so beim 3. Mal lesen). Komisch, dass bei Twilight gleich alle ausgerastet sind! In die Welt von Seelen passt Meyers Pazifismus auch deutlich besser als in die von Twilight...
 
Nächster Punkt: DIE LIEBE!
Der größte Pluspunkt, wie ich finde, denn liebestechnisch ist alles geklärt, einfach und unkomplizert. Edward heiratet Bella (sein omg-ich-tu-dir-nur-weh Rumgeheule geht nur ein klitzekleines bisschen auf die Nerven), Jacob hat sich (endlich!) damit abgefunden und findet auch noch sein Glück (Yay! Candyfloss ending!).
Das mit ihm und Renesmée finde ich übrigens gar nicht creepy. Mit so einer Art von Beziehung haben wir uns ja schon mal beschäftigt, als Jacobs Freund sich auch auf ein kleines Mädchen imprinted hat (sorry, ich hab das deutsche Wort vergessen). Nur weil es jetzt Bellas Tochter ist, finde ich das jetzt nicht besonders! Zumal sie ja auch deutlich schneller wächst als ein normales Kind.
 
Insgesamt kann ich sagen, dass Breaking Dawn mein Lieblingsteil ist, weil:
- keine nervige Dreiecksgeschichte mehr (ich hab generell nichts dagegen, nur hier hat es mich besonders in Eclipse so sehr aufgeregt!)
- Bella ist endlich in der Lage, sich selbst zu verteidigen (starke Frauencharaktere, yayy)
- man lernt einen Haufen neuer interessanter Charaktere kennen, die alle eine Vorgeschichte verdienen (kennt ihr da gute Fanfiction? Mal sehen, wenn mir die Ideen ausgehen, mach ich das vielleicht auch mal :))
 

Ende

So ihr Lieben, das wars mit einer kleinen Beurteilung der Biss-Reihe! Ich habe insgesamt knapp ein halbes Jahr dran gesessen, immer mal wieder weitergeschrieben und meine Stichpunkte ausformuliert, usw...  Ich hatte einfach zu viel anderes um die Ohren und nicht wirklich Lust, hier weiter zu schreiben :) Ich hoffe, die Stilwechsel sind nicht zu lästig gewesen!
 

Fazit

Twilight hatte ein paar starke Momente und eine gute Storyline, überzeugt aber überzeugt von den Charakteren und der Lovestory her nicht wirklich. Trotzdem bereue ich die Lesezeit nicht, denn es ist einfach ein Klassiker der YA Literatur mit tollen Momenten (das hat sich wiederholt, aber ich habe keinen besseren Ausdruck dafür gefunden :P).
 
Den Hype kann ich nicht wirklich nachvollziehen, zumal ich Stephanie Meyers unbekannteres Buch Seelen viel viel besser finde! Das kann ich jedem nur empfehlen, der es noch nicht kennt.
Rezension HIER
Den Hate kann ich teilweise verstehen, denn bei einem breiten Publikum, das an blutige Vampirstorys à la Dracula gewöhnt ist, kann eine schwache Lovestory nicht wirklich das Ruder herumreißen. Zu dem schlechten Image tragen glaube ich auch die Filme bei, die ich allerdings nicht gesehen habe, darum kann ich das schlecht beurteilen...
 
Was denkst DU über die Reihe?

 

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