Samstag, 10. September 2016

QUIDDITCH WORLD CUP - Danach Oder: Die besten 4 Tage meines Lebens

Knapp 6 Wochen nichts: ich habe es doch tatsächlich in den Sommerferien - der einzigen Zeit im Jahr wo ich wirklich VIEL Zeit habe - keine einzge Rezension geschrieben! Erbärmlich.

Nun: Spät aber egal, ich wollte einen übermäßig emotionalen und gehypten Post zum Quidditch World Cup schreiben und der kommt jetzt auch! 

Wie die Überschrift schon suggeriert waren der 21., 22., 23. und 24. Juli wirklich die besten vier Tage meines Lebens oder kommen zumindest in die obere Hälfte der "Supermegaaffentittengeile Dinge die mir passiert sind"-Liste.

Falls ihr euch fragt: Was zur Hölle ist Quidditch und warum gibt es da eine Weltmeisterschaft außerhalb von "Harry Potter und der Feuerkelch"? - schaut mal in diesen Link hier, von dem Beitrag von vor der WM oder schaut euch dieses Bild hier an:

How to Play
Quelle: IQA 


Jap, so siehts aus.
Wir sind Donnerstag früh mit einem Großteil unseres Teams (Berlin Bluecaps, Facebookseite verlinkt) mit dem ICE nach Frankfurt gefahren und haben uns auf dem Weg zu unserer Wohnung gemacht. Am Nachmittag haben wir die ersten Expo Games (Freundschaftsspiele) gesehen, Deutschland - Australien und Brasilien - Südkorea.
Opening Ceremony
Freitag war ähnlich, auch Freundachaftsspiele und abends dann die Eröffnungsfeier. Ich bin allerdings nicht nur als Zuschauer hingefahren, sondern auch als Volunteer, darum habe ich den Großteil des Freitags damit verbracht, Stühle aufzubauen, und das Zelt für die Eröffnungsfeier festzuhalten, denn es fing gegen Abend an zu gewittern, irgendwie musste die Audioanlage ja trocken bleiben...

Samstag ging es dann richtig los, Vorrundenspiele. Am Sonntag folgten die KO Spiele, am frühen Abend dann das Finale.

Eine große Sache, die ich aus diesem Wochenende mitgenommen habe: Quove
Quove ist ein Wort aus love und quidditch und eigentlich allen aus der Quommunity ein Begriff, es bezeichnet einfach die Mentalität der quidditchspielenden Menschen. Vor dem World Cup wusste ich natürlich, klar quove, das macht unseren Sport einzigartig, yeah. Beim World Cup habe ich erst richtig verstanden, was das eigentlich bedeutet.

Quove ist, wenn UK gegen Südkorea spielt (Südkorea ist nur mit 7 Spielern angereist, das heißt keine Auswechselspieler), Südkorea liegt 200:0 hinten und mit einem Mal fangen die englischen Fans an, ihr gegnerisches Team anzufeuern. 2 Minuten später hört man den ohrenbetäubenden Jubel auf allen Pitches: Korea hat ein Tor gemacht! Und die englischen Fans jubeln mit!
Quove ist, wenn ein Team nach einem knappen verlorenen Spiel nur kurz traurig ist und danach auf die Sieger zurennt, sie bejubelt und Fotos mit beiden Mannschaften zusammen gemacht werden!
Quove ist, wenn der Securitymann sich wundert, dass alles so friedlich ist. Zitat: "Im Spiel geht es richtig zur Sache, da wird sich getackelt und auf den Boden geworfen, aber danach umarmen sich alle!" Sichtlich verblüfft war der Mann, der sonst wahrscheinlich pöbelnde Fußballer trennen muss. 

Es war einfach eine unglaubliche Erfahrung. Ich habe so viele nette Leute kennengelernt, sodass ich einfach nur sagen kann: Ich fühle mich geehrt, ein Teil dieser Community sein zu dürfen.

Ein absolutes Highlight, nicht nur für mich , war natürlich das Finale. Man muss wissen, dass Quidditch in den USA einen ganz anderen Stellenwert hat als in Europa und dem Test der Welt. Dort ist Quidditch ein Unisport wie Football, es gibt Sportstipendien dafür und wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Football oder Rugby auf Profiniveau spielen kann, geht man halt zum Quidditch. Dementsprechend krass ist auch die US-amerikanische Nationalmannschaft! Sie hatten mehrere Jahre das Monopol im Quidditch, haben bisher alle WM Finales mit 200:10 und höher gewonnen und haben wirklich den Ruf "unschlagbar" . Das geht so weit, dass bei einem Tor oder snitch catch für die USA nur nett geklatscht wird und die Fans ausrasten, wenn jemand auch nur einen Punkt erringt - es rechen halt alle mit einem Sieg und der zeichnet sich auch schon früh genug auf der Anzeigetafel ab. Das ist schade, denn während sich alle einig sind, dass die USA weltweit den besten Quidditch spielen, mag sie eigentlich keiner so wirklich. Irgendwie ein Kontrast zum quove, aber so ist das nun mal... 
Jedenfalls. Es gab diesen World Cup Endergebnisse wie 130*:60 (das * bedeutet snitch catch) für die USA, natürlich sehr hoch gewonnen, trotzdem fing man an zu tuscheln... das ist die kleinste Differenz die jemals eine Mannschaft auf die USA hatte... Als es dann auch noch ein paar Mal snitch catches gegen sie gab (trotzdem immer gewonnen), wurde es dann mit einem Mal spannender, ein Spiel mit den USA zu sehen, weil es dann irgendwie nicht mehr gesetzt war, dass zu null verloren wird!

Im Finale trafen Australien und die USA aufeinander, Australien hatte im Voraus schon ein super Turnier hingelegt, die Mannschaft war perfekt eingespielt und motiviert. Und mit einem Mal war es nicht klar, dass der Weltmeister USA lauten würde...!

Alle waren so gehyped, es war eine unglaubliche Atmosphäre, alle waren heiß auf den besten Quidditch, den die Welt zu bieten hatte. Die USA führten viel, aber Australien war immer noch in SWIM, dem Absand, in dem mit einem snitch catch noch gewonnen werden kann. Der amerikanische Seeker war auch einmal ganz knapp dran seine Mannschaft zum Sieg zu führen, doch der Catch wurde für no good, also ungültig erklärt und das Spiel ging weiter. Als Dameon Osborn (dessen Name in die Quidditchgeschichte eingehen wird) den Schnatz fing und die Schiedsrichter darüber berieten, ob der catch gültig war und Australien somit gewinnt - Gänsehautmoment. So viel Spannung lag in der Luft, unbeschreiblich. 
Und als der catch dann confirmed wurde, gab es kein halten mehr - alle sind aufs Spielfeld gestürmt um die Mannschaft zu feiern, die das Unmögliche geschafft unter die USA vom Quidditchthron gestürzt hat. (Wie gesagt, schade dass alles so Anti-USA war, aber vielleicht wird die nächste WM dann wirklich spannender und die Ergebnisse unberechenbarer?)

Das hier ist das Video vom Finale. Für gute Laune einfach mal die letzten 10 Minuten schauen!

Danach war Siegerehrung, für die wir leider nicht bleiben konnten, denn das Spiel um Platz 3 vor dem Finale hatte ewig gedauert, sodass das Finale erst mit Verspätung beginnen konnte und wir einen Zug erwischen mussten... Auf dem Rückweg haben wir noch ein bisschen Quidditchkontakte gepflegt, denn Moritz aus Leipzig ist mit uns gefahren - ein paar Wochen später haben wir mit seiner Mannschaft und ein paar anderen Teams das erste Quidditchturnier in Berlin gespielt! Einen gehyptem Beitrag dazu erspare ich euch, es ist immer noch ein Buchblog hier und kein Quidditchblog ;)

 Das wars jetzt erstmal mit dem Quidditch Content, ab jetzt gehts auch wieder um Bücher etc!

Kommentare:

  1. Das ist so super! Hätte ich das nur eher erfahren, ich wäre gekommen!

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    1. Es gibt so ziemlich überall in Deutschland Mannschaften, schau doch mal, ob es bei dir eine in der Nähe gibt! :)

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